|
Geboren
am 9. April in Norway, Michigan / USA.
Die
angesagteste Katze die ein Akkordeon je zum Swingen
gebracht hat, Art Van Damme wagte es, sich in eine Richtung zu begeben
wohin vor ihm niemand hinzugehen vermag: zum Jazz.
Im
Alter von 9 Jahren bekam er seinen ersten Akkordeonunterricht, und
nachdem seine Familie 1934 nach Chicago, Illinois umzog, fing er mit dem
Studium der Klassik an. Nach dem Schulabschluss spielte er in einem Trio
bei lokalen Klubs, unter der Leitung des Big-Band-Leaders Ben Bernie,
welcher ihn 1942 engagierte. Er kehrte bald wieder nach Chicago zurück,
arbeitete dort jedoch weiter in der Klubs der Umgebung, dies während des
ganzen Zweiten Weltkriegs.
Van
Damme ließ sich von Swingaufnahmen inspirieren, besonders von denen von
Benny Goodman, und in den späten 30ern begann er mit der Adaptation für
Akkordeon von Goodmans Soloeinlagen. Während seiner Karriere wurde er
oft mit Goodman
verglichen, seitdem alle beide auf klassische Art ihr Instrument erlernt
hatten, technische Meister ihres Fachs und vielseitige sowie kreative
Jazzsolisten waren. Er formierte ein Quintett mit mehreren seiner
Studiokollegen und nahm 1944 seine erste Schallplatte für ein kleines
Musiklabel, dem "Music Croft", auf.
Er
schloss sich 1945 dem Personal des "NBC Radio" in Chicago an und blieb
hier 15 Jahre lang als Studiomusiker, sogar nachdem er mit seinen
Aufnahmen recht bekannt wurde und in den Besitz eigener Autorenrechte
kam. Sein früher Styl passte in die kleine aber zu der Zeit ziemlich
populären Nische zwischen dem Cocktail-Piano-Sound und dem
Akkordeon/Gitarre/Orgel-Sound von den "Three Suns". Tatsache ist, dass
all seine frühen Aufnahmen für "Capitol" und "Columbia" diese Verbindung
verdeutlichen: "Cocktail Capers"; "Martini Time"; "Manhattan Time“.
Trotz
der Kritik welches diese Musik als "Hintergrundmusik für unseriöse
Unterhaltung" darstellte, sind seine Platten ausgezeichnet wenn auch
mehr gedämpft als der Bebop mit dem es sich verschwenderische Aufnahmen
teilen musste. Van Dammes Einführung des Akkordeons als
charakteristisches Jazzinstrument hatte gute Kritiken bekommen, und im
Jahr 1947 setzte das "Downbeat"-Magazin sein Foto auf die Titelseite
eines ihrer Ausgaben. Er wurde sogar von Downbeats jährlicher Umfrage
zur Wahl des besten Jazzmusikers während 10 Jahren zum
Top-Akkordeonisten gewählt. Später wurde ihm dieser Titel gleichermaßen
vom Magazin "Contemporary Keyboard" für 5 aufeinenderfolgende Jahre
anerkannt.
Mit
der Zeit wagte sich Van Damme auf mehr abenteuerliches Gelände, nah an
den Mainstream-Jazz. Seine späteren Columbia-Alben brachten ihn an die
Spitze der kleinen Jazzensembles, und schlossen eine Mischung
von Standartwerken und Van Dammes eigenen leichten bebop-ischen
Originalen mit ein. "Accordeon à la Mode" scheint sein bestes Album zu
sein, obwohl "A Perfect Match" auf dem er mit dem feinen Jazzgitarristen
Johnny Smith spielt, zu den Favoriten der Fangemeinschaft gehört, die
den leichten Jazz bevorzugen.
Van
Damme hatte nie Schwierigkeiten, Auftritte zu bekommen und performte in
Klubs und Hotels in ganz Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika.
Während den 50 Jahren in denen er auftrat, reiste er 40 Mal nach Europa
und spielte überall von der "Desert Inn" in Las Vegas, zur "Blue Note"
in New York, zum "Disney World" in Florida. Er trat auch in
verschiedenen Fernsehshows auf, von der "The Tonight Show" bis zur "The
Dinah Shore Show". In den frühen 50ern nahm sein Quintett über 130
Aufnahmen von 15 Minuten Länge bei NBC Radio auf.
Er behauptete dass seine zahlreichen
Auftritte ihn sehr in Anspruch nahmen so dass er nie zu trainieren
brauchte, und sagte dass er im Ganzen wahrscheinlich weniger als 6
Stunden auf seinem Akkordeon zu Hause gespielt hat.
Nach
dem Verlassen von NBC Radio im Jahre 1960, öffnete Van Damme ein
Musikladen und ein
Akkordeonstudio, aber er unternahm
weiterhin regelmäßig Tourneen. 1965 lief sein Plattenvertrag mit
Columbia Records aus, konnte aber schnell beim deutschen Jazzlabel "MPS"
unterzeichnen und verkaufte 16 bei ihnen aufgezeichnete Alben. Seit 1980
nahm er immer seltener auf, gewöhnlich für kleine Jazzlabels, unter
ihnen ein exzellentes Album mit der Gruppe "Singers Unlimited". Er
verlagerte sein Interesse allmählich von den Klubauftritten zu den
Akkordeon- und Jazzworkshops, erzählte in einem Interview: "Das Publikum
ist aufmerksamer und hört intensiver zu."
Obwohl
sich eine Anzahl anderer Akkordeonisten, in der Zeit in der sich Van
Damme langsam zurückzog, in das Gebiet des Jazz gewagt hatten, so blieb
Art immer noch der anerkannte Meiser seines Faches.
Er
hat sich möglicherweise in Florida zur Ruhe gesetzt. An seinem 75.
Geburtstag kündigte er an, dass er die Absicht hat, sein Akkordeon
definitiv an den Nagel zu hängen. In einem Interview sagte er, er fühle
als hätte er lang genug für eine Lebenszeit gespielt, tritt dennoch
gelegentlich auf, erscheint 2002 in Las Vegas und Chicago vor seinem
Publikum.
|